Spinnen/Weben + Kunst - Sammlung Tillmann

CHAO-HSIU CHEM
„Wie sieht die Zeit aus?“, fragte ein Lehrer seine Schüler. „Wie Tag und Nacht“ meinte einer. Ein anderer: „Wie der Wechsel der Jahreszeiten.“ Ein dritter: „Wie das Leben.“ Einer aber sagte:“Die Zeit gleicht einem Wasserfall. Es ist immer neues Wasser, das in die Tiefe stürzt, doch der Wasserfall bleibt stets der Gleiche.“
Theodor Storm
Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk ein den Wein, den holden! Wir wollen uns den grauen Tag vergolden, ja vergolden! Und wimmert auch einmal das Herz, stoß an und lass es klingen! Wir wissen's doch, ein rechtes Herz ist gar nicht umzubringen Wohl ist es Herbst; doch warte nur, doch warte nur ein Weilchen! Der Frühling kommt, der Himmel lacht, es steht die Welt in Veilchen.


N.Schmidt
Ach, die bunten Blätter fallen, nur der Baum steht nackt und kahl. Doch er trotzt der Winterkälte, denn er hat ja keine Wahl. Muss auf seinem Platze bleiben, wenn es schneit, bei Sturm und Wind. Doch er tut es tapfer leiden, neuer Frühling kommt bestimmt.
Anna-Jolie und Lia
Der Herbst kommt um die Ecke, bringt Sturm und Regen hier. Wir kuscheln uns unter die Decke, die Sonne kämpft nun sehr. Der Kürbis wartet schon im Haus, das wir prächtig schmücken. Mit Hut und Kerzen sieht er super aus, das wird uns richtig glücken. Die Bäume färben sich jetzt bunt, man lässt jetzt Drachen steigen. Das Obst im Herbst macht uns gesund, er wird’s dem Winter zeigen.


Elke Bräuning.
Der Spätherbst weht die Blätter von den Bäumen. Die Zeit vergeht, Sie bleibt in unseren Träumen. Grau, das Gewand, die Tage werden trüber, reicht er die Hand und geht an uns vorüber. Er geht ganz leis`, einen Hauch nur lässt er ahnen. Aus grau wird weiß, die Zeit zieht ihre Bahnen.
Wie wäre es mit einem „Borschtsch“
Man nehme erstens circa sieben
fein abgeschälte rote Rüben.
Dann hacke man den Weißkohl klein,
tut Zwiebel, Salz und Essig rein.
Mit Hammelfleisch muss das nun kochen,
auf kleiner Flamme, sieben Wochen.
Jetzt Kaviar mit Wodka ran
nebst Zimt und frischem Thymian.
Nun schüttet man das ganze aus
Und isst am besten - außer Haus.
Quelle: Mascha Kaléko